Sonntag, 27. Juni 2010
Perspektivwechsel im Selbstcoaching
Manchmal möchte man eine Situation klären oder ein Verhalten deuten, bei dem man mit sich selbst nicht im Reinen ist. Dazu ist es hilfreich, die verschiedenen Anteile zu kennen, die in einem am Werke sind.

Verschiedene Methoden haben bereits bewiesen, dass der Mensch besser dazu in der Lage ist, die Sichtweisen zu trennen, wenn er sich dazu jeweils auf verschiedene örtliche Positionen begibt.

Meine persönliche Methode dazu funktioniert so:

Ich begebe mich mit einem Thema auf einen Spaziergang. Ich nutze dazu eine möglichst unbelebte Strecke, um manche Sachen einfach mal laut aussprechen zu können. Außerdem nutze ich die Breite des Weges für drei Sichtweisen:

In der Mitte des Weges gehe ich in die Moderator-Position. Ich schildere hier Situationen möglichst neutral und bewerte nichts. Mit der Einstellung, dass jeder Teil von mir etwas gutes für mich erreichen will (jedoch manchmal im Zusammenspiel zu Problemen führt), suche ich jeweils nach der guten Absicht.

Nach einer Anmoderation gehe ich also von der Mitte auf die rechte Seite und spaziere dort den Weg weiter.

Auf der rechten Seite gehe ich in die Position, die offensichtlich im Recht zu sein scheint. Hier kann der Wunsch nach Veränderung stehen, das leichte erklärbare Verhalten oder die Seite, die man an sich lieber mag.

Nach Herzenslust mache ich hier Vorschläge, klage mich (die andere Seite) selber an, mache Pläne und so weiter. Ausgewogenheit ist nicht das Ziel, sondern ein Eintauchen in die Gedanken, Gefühle, Werte und Ziele, die mit dieser Position zusammenhängen.

Nach einer Weile gehe ich wieder in die Mitte des Weges, moderiere das vorher gesagte und gebe der anderen Seite das Wort.

Die linke Seite ist oft die weniger bewusste Seite. Hier kommen manchmal starke Gefühle zum Ausdruck, hier scheint ein blockierendes Verhalten zu sein und es ist eher der Wunsch nach Konstanz zu spüren.

Auf dieser Seite kann man einfach mal rauslassen, was einem nicht passt. Mit der Gewissheit, dass die mittlere Position einen vor 'Übergriffen' von rechts bewahren wird, kann man auch Ängste äußern und sogar auch mal Tränen fließen lassen.

Dabei ist der Wechsel wieder zurück in die Mitte nicht immer einfach. Oft atme ich erstmal durch, bis ich wirklich wieder neutral auftreten kann. In dieser Position übernehme ich die Verantwortung dafür, den Prozess so zu begleiten, dass alle Teile von mir mit dem Ergebnis leben können.


Wirklich nachvollziehen kann man das wahrscheinlich nur, wenn man es selber ausprobiert. Oder wenn man einen lebendige Erfahrungsbericht geschildert bekommt, bei dem auch die Inhalte eines solchen Selbstcoachings dabei sind.

Vielleicht finde ich ja noch ein eigenes Thema, mit dem ich diese Methode hier im Blog vorführen kann.

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Woche 2


Wie seemuse in den Kommentaren geschrieben hat, ist der tägliche Gang auf die Waage nicht immer zu empfehlen. Bei mir persönlich kommen da locker Schwankungen von über einem Kilo zustande, die nicht mit meinem Essverhalten zu erklären sind.

Also: Locker bleiben, die langfristige Tendenz im Auge behalten und die Schwankungen einfach gar nicht ignorieren ;-)

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